So unscheinbar und doch so wichtig: Faszien

Vormals als Bindegewebe bezeichnet und wenig beachtet, nimmt ihr wissenschaftliches Interesse stetig zu. Und das zurecht.

Sie durchziehen den ganzen Körper und befinden sich sowohl in der oberflächlichen als auch in der tiefliegenden Muskulatur. Sie haben eine wichtige Aufgabe für unsere Körperwahrnehmung und Feinkoordination. Unser Fasziengewebe ermöglicht die Kraftübertragung innerhalb unseres Körpers und ist von über 100 Millionen (Reiz-)Rezeptoren besiedelt. Fasziengewebe ist in der Lage, große Mengen an Wasser zu binden. Diese Eigenschaft machen wir uns mit der Faszien-Rollmassage zunutze. In der Muskulatur bilden Faszien eine Struktur, die uns neben anderen Bewegung und Stabilität ermöglicht. Ganz wichtig zu wissen ist, dass unsere Wundheilung und Regeneration zum Teil entlang der Faszien erfolgt. Daher beziehen wir die Faszien in unsere Übungen mit ein.

Faszienrollmassage

Faszienrollmassage - Heilpraktikerin Daniela Lippert, Goldbach

Eine spezielle Faszien-Rollmassage soll das Gewebe lockern und auf die anschließenden Übungen vorbereiten. Mit der Faszien-Rollmassage verfolgen wir zwei Ziele: Zum einen möchten wir die Zwischenzellflüssigkeit verschieben, sodass Abfallstoffe ( Debris) und Stoffwechselprodukte aus dem Fasziengewebe und den anderen Bindegewebsstrukturen abtransportiert und das Gewebe mit neuer Flüssigkeit versorgt werden kann.

Andere Mechanismen sollen dabei helfen, verfilzte Faszienfäden abzubauen. So erreichen wir, dass Verfilzungen, die das Hauptproblem von verkürzten und unflexiblen Faszien sein sollen, gelöst werden. Als Nebeneffekt des Rollens werden zusätzlich Überspannungen der Muskeln gemindert.

Dies ist eine verkürzte Darstellung, denn an der Verkürzung von Muskeln sind nicht nur die Fibroblasten beteiligt. Zudem haben diese Zellen auch noch viele andere Aufgaben. Zum Teil sind das noch Hypothesen, aber täglich gewinnt die Faszienforschung neue Erkenntnisse

Das richtige Werkzeug

Faszienrollen und -kugeln

Faszienrollen und -kugeln sind extra für dieses Ziel konzipiert worden. Sie besitzen einerseits Festigkeit aber sind dennoch nachgiebig, sodass sie sich an die körperlichen Strukturen flexibel anpassen und gleichzeitig genug Druck erzeugen. Mikroverletzungen und zu intensive Rollschmerzen werden dadurch vermieden.

Bei der Durchführung ist zu beachten, dass vielfach nur in eine Richtung und zwar in Richtung des Brustkorbes gerollt wird. Sie bekommen von mir ganz klare Anleitungen, auf Ihre Beschwerden abgestimmt. Ziel der Bewegung in eine Richtung ist, Zwischenzellflüssigkeit in Bewegung zu setzenund über das Lymphsystem abzutransportieren. Die Durchführungsgeschwindigkeit ist möglichst langsam, damit die Fibroblasten in der Bewegung mitschwingen können und so angeregt werden. Greifen Sie die Faszienrolle mit beiden Händen wenn möglich, um ein Nachlassen des Drucks auf das Gewebe zu vermeiden. An schmerzenden Stellen können Sie etwas verweilen.