Ernährung und Ich

Meine Erfahrungen

Lange Zeit vernachlässigte auch ich eine gesunde und gute Ernährung. Wie es dazu kam? Während meiner Ausbildung zur Krankenschwester sorgten unregelmäßige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und Stress dazu, dass ich selten zum Essen kam. Stattdessen gönnte ich mir zwischendurch immer mal wieder etwas –redete mir ein, auf Vorrat essen zu müssen. Das war natürlich Quatsch, wie ich aus heutiger Sicht sagen kann. Doch damals nutzte ich es erfolgreich als Ausrede für ungesundes Frustessen.

Schließlich erreichte ich nicht nur mein Höchstgewicht, sondern auch den Punkt, an dem ich etwas ändern wollte. Aktiv. Keine Ausreden mehr. Ich probierte zahlreiche Diäten aus, ohne Erfolg und meist mit frustrierendem Ergebnis: oft nahm ich nur kurzzeitig ab, um im Anschluss wieder zuzunehmen. Hinzu kam, dass ich leidenschaftlich gerne koche und gutes Essen mag. Davon nahm ich auch gerne zu viel zu mir – was dafür sorgte, dass ich mein Sättigungsgefühl gar nicht mehr wirklich wahrnehmen konnte.

Zeit etwas zu verändern

Es ist leicht, auf übergewichtige Menschen zu deuten und zu behaupten, die Person habe sich schlichtweg nicht unter Kontrolle. Doch wer das Auf und Ab selbst erlebt hat, der versteht, wie es wirklich ist. Man gewöhnt sich an das hohe Gewicht und beginnt „dick zu denken“. Es ist logisch, dass die eigenen Gedanken unmittelbar das Selbstbild prägen. Um aus diesem Kreislauf zu entkommen, muss man das Problem ganzheitlich anpacken. Man muss nicht nur die eine schnelle Lösung suchen, sondern eine grundlegende Veränderung bewirken.

Für mich rückte also der gesundheitliche Aspekt mehr und mehr in den Vordergrund. Als gelernte Gesundheits-und Krankenpflegerin mit langjähriger Berufserfahrung konnte ich schließlich immer wieder beobachten, wie entscheidend die Ernährung aber auch Bewegung und der eigene Umgang mit sich selbst sich auf Gesundheit und Krankheit auswirken. Meine Erfahrungen beziehen sich auf meine 34 Jahre Lebenserfahrung, doch Veränderung kennt keine Altersgrenze: die älteste Person, die ich kennengelernt habe, die etwas verändern wollte und auch erfolgreich tat, war damals 78 Jahre alt.

Das lässt für mich nur einen Schluss zu: Es gibt für Veränderungen nur einen richtigen Zeitpunkt –und der ist jetzt!